Eisbären machen Schule!

„Eisbär“ zu Gast
Ein wenig Profiluft schnuppern
Nastassja Nadolska 26.10.20170 Kommentare
Eisbären Bremerhaven am Cato Gymnasium, 26.10.2017

Dejan Stojanovski und Laurenz aus der Klasse 8D des Cato-Gymnasiums führen den Schülern die nächste Übung vor.  (Marvin Ibo Güngör)

Achim. Die Basketbälle liegen auf dem Boden. Langsam trudeln die Achtklässler von drei Achimer Schulen in die Cato-Sporthalle an der Bergstraße ein. Ein lauter Pfiff ertönt  und Dejan Stojanovski bittet die Schüler zu sich. „Heute zeige ich euch die Grundlagen des Basketballs. Das heißt: dribbeln, passen, fangen und werfen.“

Es ist die dritte und letzte Einheit, die der Jugendkoordinator der Eisbären am Donnerstagvormittag mit den Schülern durchführt und dennoch ist noch keine Spur von Müdigkeit in seinem Gesicht zu sehen. Er erklärt den Jugendlichen die verschiedenen Übungen und hat dabei immer ein Lächeln parat. „Ich mache das seit fünf Jahren und es macht mir immer noch einen Riesenspaß“, erzählt Stojanovski. Das Projekt, das von den Eisbären Bremerhaven und der Basketballgemeinschaft Bierden-Bassen-Achim (BG Biba) unterstützt wird, soll den Schülern in Achim und umzu die Sportart näher bringen. „Hier gibt es keine richtige Basketballtradition. Die Kinder sollen die Möglichkeit kriegen, die Sportart kennenzulernen“, sagt der Jugendkoordinator der Eisbären. Dass ein Schulprojekt der richtige Anstoß sein kann, habe er in den vergangenen Jahren schon häufiger erlebt. „Viele Kinder wären sonst nie zum Basketball gekommen“, glaubt er. „Durch solche Aktionen entdecken wir auch Leistungsspieler.“

Initiator des Sportprojekts ist Dennis Lorenz von der BG Biba. „Seit vier Jahren arbeite ich mit Dejan zusammen und es läuft wirklich gut. Dieses Mal ist es etwas Besonderes, da wir diese Aktion zum ersten Mal an weiterführenden Schulen ausprobieren“, sagt Lorenz. Bisher haben nur die Grundschüler an diesem Projekt teilgenommen. In diesem Jahr ist neben dem Gymnasium am Markt und dem Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium auch die Liesel-Anspacher-Schule dabei. „Wir haben uns extra für diese Konstellation entschieden, damit wir alle Schüler zusammenbringen können“, schildert Lorenz.

Lorenz, Stojanovski und Katrin Schlemminger, Trainerin der U10 der BG Biba, teilen sich die Arbeit. „Bei drei Einheiten à 90 Minuten mit jeweils zwei Schulklassen kann man schon mal den Überblick verlieren“, findet Lorenz. Nach einer kurzen Dribbling-Übung testet Stojanovski zusätzlich die Koordination der Achtklässler. Die Schüler müssen mit dem Basketball dribbeln und währenddessen abwechselnd einen Tennisball von der einen zur anderen Hand führen. Dabei kommen die meisten ins Straucheln. „Das kriege ich ja gar nicht hin“ oder „Das ist ja voll schwer“ ist in der Sporthalle unter anderem zu hören. Aber Stojanovski beruhigt die Kinder und sagt: „Das kann man nicht von einen auf den anderen Tag lernen. Das braucht seine Zeit. Macht euch keinen Kopf“, ruft er den Schülern motivierend zu.

In erster Linie soll dieses Projekt Spaß machen, sagt Lorenz, der Sport diene in diesem Fall als gesellschaftliches Element. „Wir wollen nicht nur Basketball spielen. Die Kinder, die schon eine Sportart ausüben, sollen nicht dominieren. Wir üben explizit nur die Basics und wollen allen eine Chance geben“, erklären Lorenz und Stojanovski. Ein bisschen Wettkampf ist dennoch erlaubt und der folgt bei der nächsten Übung. Dabei stehen sich jeweils zwei Schüler gegenüber – an jeder Hallenwand einer. Der Ball liegt in der Mitte auf dem Boden. „Wenn ich pfeife, lauft ihr los, schnappt euch den Ball und versucht an eurem Gegenspieler vorbei zu kommen“, erklärt Stojanovski. Dann ruft er: „Und los!“ Einige Schüler rennen los und Stojanovski und die restlichen Mitschüler lachen. „Ist das etwa ein Pfiff bei euch?“, fragte er die Schüler schmunzelnd.

Beim zweiten Versuch klappt es dann und die Schüler haben sichtlich Spaß dabei – wie Laurenz aus der 8D des Catos: „Das ist ganz gut hier. Mal was anderes. Basketball kommt aber nicht für mich in Frage, da ich schon Volleyball und Tennis spiele.“ Auch Johanna aus der 8B des Gymnasiums am Markt ist zufrieden. „Das macht mir wirklich Spaß. Ich möchte mit dem Basketball anfangen.“

Ziel des Projekts sei es, den Nachwuchs zu fördern und die Schüler zu animieren, den Jugendmannschaften in der Umgebung beizutreten. „Durch dieses Projekt wurde ein Junge aus Leeste vor Kurzem für die U15 der Nationalmannschaft nominiert. Das macht uns sehr stolz“, erzählt Dejan Stojanovski. Ein ganz besonderes Highlight erwartet die Schüler am 6. November. Dann dürfen sie von den ganz Großen lernen. Zwei Profis der Eisbären sind zu Gast in der Sporthalle der Realschule in Achim.

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